Mobbing am Arbeitsplatz/in der Ausbildung!

Für die Leute die mir schon seit längerer Zeit folgen ist dies ein bekannter Artikel. Ich habe ihn damals verfasst, musste ihn jedoch löschen, weil es zu Anfeindungen von dem Betrieb kam über den ich jetzt (wieder) berichten werde. Ich habe ihn damals aus Eigenschutz gelöscht, weil ich es in dieser Zeit den Hass nicht mehr ertragen konnte. Allerdings schreibe ich ihn aus aktuellem Anlass (mir hat eine Azubine die dort angestellt ist geschrieben ihr ginge es nicht anders als mir damals) neu.

Viele hier wissen, dass ich unter anderem in der Altenpflege tätig bin und ich sehr viel Freude an meiner Arbeit habe. Das war allerdings nicht immer so. Ich habe damals, als ich die Lehre begonnen habe in einer Einrichtung gearbeitet, in der ich im übrigen jetzt wieder arbeite, in der wirklich alles gepasst hatte. Mein einziges Problem damals war, dass mein Vorgesetzter mein Stiefvater war und das wollte ich nicht mehr. Wollte eigene Erfahrungen sammeln, habe dann überstürzt gekündigt und mir eine neue Stelle gesucht. Ich habe dann auch gleich etwas gefunden, ein sehr großes Altenheim mit 13 anderen Azubis. Ich war überwältigt. Es gab eine geschützte Station, ein betreutes Wohnen, eine Sehbehinderten Station also alles was man in einer Ausbildung halt so braucht um viele Erfahrungen zu machen.

Das Vorstellungsgespräch war im nachhinein betrachtet sehr… nennen wir es speziell.  Ich wurde rein bestellt und die Pflegedienstleitung (PDL) hat mich empfangen. Sie hat mich nicht wirklich etwas gefragt, ich musste keine Bewerbung abgeben, nur ein Bewerbungsfoto, und die ersten Worte von ihr waren „Ja, also eingestellt bist du ja sowieso schon ich erkläre dir nur noch die Formalitäten“. Natürlich habe ich mich gefreut, dass ich eingestellt war aber komisch kam mir das schon vor, immerhin wussten sie ja noch gar nichts über mich. Mir wurde gesagt ich käme auf die Schwerstpflegest. weil ich schon Ende des 2. LJ war und ich da am besten aufgehoben wäre. Ich bekam noch die Dienstzeiten gesagt und wann ich anfangen soll und dann wars auch schon zu Ende. Es hat sich also von Anfang an nie wirklich jemand Zeit für mich genommen.

An meinem 1. Tag wurde ich regelrecht reingeschmissen, ich musste mit Privatkleidung arbeiten, weil mir keine Umkleide gezeigt wurde, mir wurde eine sehr unfreundliche Pflegehelferin zugeteilt die mich einarbeiten sollte (diese Person arbeitet übrigens ALLE neuen und ALLE Azubis ein), ich wurde natürlich ausgefragt und wir waren zu 6. auf der Station, was wirklich Luxus ist in der Pflege. Mir wurde der Dienstplan gezeigt und kopiert und das war vom ersten Tag. Mehr ist da nicht wirklich passiert.

Als ich zu Hause ankam habe ich mir den Dienstplan mal genauer angesehen und da kam dann der erste Schock. Ich hatte nur Frühdienste, ein Wochenende frei und ansonsten noch 3 weitere freie Tage, das heißt ich hatte 5 freie Tage in einem 31 Tage Monat. Ich dachte mir gut,ich warte einfach mal ab vielleicht ändert sich da ja noch etwas oder der nächste Monat wird dann besser. Denkste. Ich wurde sogar Ende des Monats noch gefragt ob ich nicht an meinem freien Wochenende arbeiten könnte weil ein Engpass wäre. Ich doofe Kuh habe natürlich ja gesagt, weil ich mich nicht unbeliebt machen wollte. Wir waren übrigens nur an meinem ersten Tag zu 6. Die anderen Tage waren wir nur noch zu 3.

Meine anfängliche Euphorie hatte ein baldiges Ende, mir kam es wie Massenabfertigung am Patienten vor, es wurde massiv über meine alte Einrichtung geschimpft und vorallem über andere Auszubildende und ich wurde Non-Stop kontrolliert. Wir waren 3 Azubis auf der Station und uns wurde in jedes Zimmer nachgerannt, wir bekamen Ärger für Sachen die wir nicht waren, und einmal habe ich sogar eine Kollegin erwischt wie sie Unordnung in einem uns zugeteilten Zimmer gemacht hatte. Es war der pure Horror. Die Kollegin wurden mit der Zeit richtig bissig zu uns, wir machten getrennte Pausen, also das alte Stationsteam und die Azubis. Egal was wir machten es war falsch. Aber uns wurde auch nicht gezeigt wie wir es anders machen sollten. Findet es selbst raus. Lernt es doch in der Schule waren die häufigsten Antworten.

Ich bin morgens aufgewacht und hatte Angst in die Arbeit zu gehen, Nachts hatte ich richtige Panikattaken, fing mit dem Schlafwandeln an, habe vor und nach dem Dienst geheult vor lauter Druck. Für mich gab es nur noch einen Ausweg, Lehre abbrechen und kündigen. Ich hatte weder Kraft noch Lust in diesem Job zu bleiben.

Ich bin zu der Praxisanleitung gegangen. Ich hatte die Hoffnung sie würde mir zu hören, immerhin war sie für uns zu ständig. Da habe ich mich gewaltig geirrt, sie war die beste Freundin der Drahtzieherinnen, und machte da auch noch passiv mit. Naja, auf jeden Fall habe ich ihr von meinen Problemen erzählt, von meinen Ängsten und dem Druck aber ich wurde nur belächelt. Sie meinte in der Altenpflege brauchte man ein dickes Fell. Ich bin wütend und traurig zur Heimleitung gegangen, die meinte ich solle die Zähne zusammenbeißen immerhin habe ich es bald geschafft. Ich dachte mir, gut dann halte ich noch durch und kündige wenn ich mein Examen habe. Der Beurteilungsbogen den ich für dieses Halbjahr bekam war furchtbar. Ich hatte noch nie so eine schlechte Beurteilung erhalten.

In einer Altenpflegeausbildung ist es so, dass man eine gewisse Anzahl an Ambulaten Stunden braucht. Die konnte ich in diesem Haus auch machen, weil da wie schon gesagt alles da war und als ich den ersten Tag im ambulanten Dienst hatte war ich wirklich sprachlos. Es wurde sich um mich gekümmert, mir wurde alles gezeigt, die Patienten vorgestellt, und das beste war es gab eine seperate PDL die sich um ihre Mitarbeiter gekümmert hat. Meine Meinung hatte plötzlich einen Wert und ich ging wieder gerne zur Arbeit. Nach diesem Einsatz hatte ich plötzlich eine 1.3 Bewertung.

Leider hatte auch diese Zeit ein Ende und ich musste wieder auf meine Station. Dort ging der Terror wie eh und je weiter, ich hatte kein privat leben mehr, weil ich jeden Tag in der Arbeit war. Alles was ich gemacht habe wurde ins Lächerliche gezogen, mir wurde gesagt meine Haare seien eklig, Piercings haben nur Asoziale, und sowas wie ich gehört nicht in die Altenpflege sondern auf den Straßenstrich. Es wurde natürlich nicht bemerkt, dass ich jeden Tag eine Stunde länger blieb, alles putzte, noch lernte, usw. Ich habe mir insgeheim immer gedacht, dass diese furchtbaren Menschen das alles irgendwann zurück bekommen würden.

Dann kam der Tag vor meinem Lehrerbesuch. Ich hatte mit meiner PA Anleitung, mir wurde eine spezielle Waschung gezeigt, ein paar Tipps gegeben und ich wurde das erste Mal gelobt von ihr, weil ich es sehr gut machte. Ich war guter Dinge, so glücklich wie ich seit langem nicht war, fühlte mich gut vorbereitet. Am nächsten Tag zeigte ich meiner Lehrerin die Waschung, genauso wie es mir gezeigt wurde, und fiel aus allen Wolken als meine Dozentin meinte was das soll, und wieso ich ihr so eine dämlich Waschung zeigen wurde. Auf mein Argument, ich hätte es genauso gemacht wie es mir gezeigt wurde meinte meine Praxisanleitung ich sollte nicht so lügen, sie hätte mir das nie gezeigt.

Ich bin dann schnurstracks heim, habe meine Kündigung verfasst und abgeschickt. Ich wollte nur noch weg von dort. Ich habe meine Dozentin angerufen und ihr alles geklärt (und sie kennt mich zum Glück sehr gut und die Einrichtung auch) und meinte sie bedaure meine Entscheidung aber ich müsste das tun was mir gut tut. Sie erzählte mir auch, dass ich nicht die einzige sei, und  ich auf der Mobbingstation war.

Ich habe dann wieder in meinem alten Haus angefangen und bin seitdem dort. Ich habe noch nie so gerne gearbeitet wie momentan.

Ich möchte euch mit diesem Blogeintrag ans Herz legen, dass ihr euch nichts gefallen lassen sollt, es ist euer Leben und euch muss es gut gehen. Ein Mensch arbeitet soviel im Leben und da soll die Arbeit dann auch Spaß machen. Ihr müsst euch nichts gefallen lassen von euren Vorgesetzten, oder irgendwelchen Kollegen. Lasst euch nicht kaputt machen von sowas und sucht euch lieber eine gute Arbeit, in der es euch gut geht und ihr euch wohl fühlt.

Ihr könnt mir auch gerne eine Nachricht hinterlassen, wenn ihr reden möchtet, oder ratlos seid in so einer Situation und ich weiß man kommt sich alleine vor und man kann nicht wirklich darüber reden aber versucht es. Glaubt mir, es tut gut darüber zu reden. Sich Hilfe zu suchen ist nicht peinlich. Wir sind Kämpfer.

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